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Sehenswürdigkeiten von Sandakan

Sandakan wurde im 2.Weltkrieg durch alliierte Bombenangriffe weitgehend zerstört, so dass es kaum Gebäude und eigentliche Sehenswürdigkeiten gibt, die älter als 60 Jahre sind. Lediglich die St. Michael and All Angels Church datiert aus dem 19. Jahrhundert und ist zugleich eines der wenigen aus Stein erbauten Gebäude in ganz Sabah. Seit 2005 zählt sie zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Das Fremdenverkehrsamt der Stadt gibt ein Faltblatt mit dem „Sandakan Heritage Trail“ heraus, einem Rundgang durch die Stadt, in dem alle Sehenswürdigkeiten verzeichnet sind.

Forschungszentrum für Orang Utans

Das Sepilok Orang Utan Rehabilitation Centre 25 Kilometer nördlich von Sandakan ist häufig der Grund, warum Touristen überhaupt in diese Region von Sabah reisen. Es wurde 1964 als erstes Forschungszentrum für Orang Utans in Malaysia eröffnet und kümmert sich vor allem um verwaiste Affenkinder, die ihre Eltern durch die Abholzung des Dschungel, illegale Wilderei oder den illegalen Verkauf als Zoo- und Haustiere verloren haben. Insgesamt tummeln sich etwa 80 Orang Utans auf dem 4.294 Hektar großen Areal im Regenwald. Die beste Besuchszeit ist die Fütterungszeit um 10 Uhr morgens oder um 15 Uhr nachmittags. Aus der Stadt fährt ein Linienbus zum Park, aber es werden auch organisierte Touren angeboten.

Nicht nur die Orang Utans werden in Borneo beschützt, sondern auch die Nasenaffen, die im Proboscis Monkey Sanctuary in Labuk Bay heimisch sind. Der heutige Naturpark gehörte eigentlich zu einer großflächigen neuen Zone für die Produktion von Palmöl, doch die Rodung des Waldes hätte den heimischen Nasenaffen ihre Lebensgrundlage genommen. Die Eigentümer der Palmplantage erklärten sich bereit, einen Teil der Fläche unter Naturschutz zu stellen, so dass die Affen weiter dort leben konnten und zusätzlich Futter erhalten. Gäste können von einer Besucherplattform bei der täglichen Fütterung zusehen. Viele Besucher unternehmen eine ganztätige Tour, die sowohl zum Proboscis Monkey Sanctuary führen als auch zum Rehabilitation Centre in Sepilok.

Begehrte Vogelnester von Malaysia

Die Höhlen von Gomantong sind das zweite große Ausflugsziel der Region und immer auf der Liste der Sehenswürdigkeiten. Noch heute leben zahlreiche Arbeiter bei den Höhlen, die hauptberuflich Schwalbennester in den Höhlen „ernten“, aus denen die berühmte chinesische Vogelnestersuppe hergestellt wird. In der Erntezeit von Februar bis April und von Juli bis September klettern die Arbeiter mit langen Bambusstöcken ausgerüstet auf die Dächer der Höhlen und klauen die Nester heraus. Übrigens braucht sich niemand Sorgen um die kleinen Schwalben machen: Die Nester werden erst geerntet, wenn die Jungvögel ausgeflogen sind.

Die hochwertigen „weißen Nester“ werden für viel Geld verkauft. Besucher können sowohl die „Weiße Höhle“ (Simud Putih) erkunden als auch die „Schwarze Höhle“ (Simud Hitam), in der die minderwertigen „schwarzen Nester“ geerntet werden. Die Kombination aus tausenden Schwalben und Fledermäusen sorgt dafür, dass der Höhlenboden zentimeterdick mit ihrem Unrat bedeckt ist. Wer die Höhlen erkunden will, sollte unbedingt entsprechende Schuhe anziehen.

Die Insel Selingan im  Turtle Islands Park 40km nördlich der Stadt kann am besten im Rahmen eines Tagesausflugs besucht werden. Die Inseln sind berühmt für ihre brütenden Schildkröten und stehen unter strengem Naturschutz. Auf Selingan gibt es jedoch Übernachtungsmöglichkeiten für Tierfreunde, die nachts zusehen wollen, wie die Schildkröten an Land kommen um ihre Eier zu legen. Viele Eier werden von den Parkangestellten eingesammelt und in Brutkästen gelegt, da die Schildkröteneier in freier Wildbahn leichte Beute für andere Wildtiere sind. Wenn die kleinen Schildkröten geschlüpft sind, werden sie ins Meer freigelassen.

Weitere Sehenswürdigkeiten von Sandakan

Die Moschee von Sandakan wurde 1988 festgestellt und ist an sich nicht unbedingt einen Besuch wert, doch von ihrem Standort aus bietet sich ein schöner Blick über die Bucht von Sandakan und das Fischerdorf Kampung Buli Sim Sim, das aus traditionellen Holzhäusern auf Stelzen über dem Wasser gebaut wurde. An diesem Ort war im 19. Jahrhundert die erste Siedlung errichtet worden, die 1878 abbrannte.

Auch der chinesische Sam Sing Kung Tempel am Padang  überlebte den 2. Weltkrieg. Er wurde 1887 erbaut und gilt als ältestes Bauwerk der Stadt. Weitere chinesische Tempel im Zentrum sind der Tempel der Drei Heiligen (die Göttin Tin Hau, der Kaiser Min Cheong und Kwan Woon Cheung, der Vorfahre der Kwan Familie) und der Tempel der Guan Yin, der Göttin der Barmherzigkeit. Zu den neueren Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört der 1987 fertig gestellte Puu Jih Shih Buddhist Temple, der etwa 4 km vom Zentrum entfernt auf einem Hügel bei Tanah Merah erbaut wurde. Von hier bietet sich ein schöner Blick über die gesamte Bucht.

Den Opfern der Todesmärsche von Sandakan ist das Australian War Memorial außerhalb des Zentrums an der Straße nach Ranau gewidmet. An diesem Ort befand sich das Kriegsgefangenenlager der Japaner, in dem die Todesmärsche begannen. Informationstafeln erzählen die Geschichte der vielen australischen und britischen Kriegsgefangenen, die in diesem Lager Zwangsarbeit leisten musste. Am 25. April, dem ANZAC Day (Nationalfeiertag in Australien und Neuseeland, der den Australian and New Zealand Army Corps gewidmet ist), treffen sich viele Angehörige um den Opfern zu gedenken. Erst 1989 wurde auf dem japanischen Friedhof ein Denkmal für die japanischen Soldaten errichtet, das von ihren Familien finanziert wurde.

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Eine der weiteren Sehenswürdigkeiten ist das frisch restaurierte Wohnhaus von Agnes Keith, einer Amerikanerin, die in den 30er Jahren mit ihrem Ehemann hierher kam und mehrere Bücher über ihre Zeit in Sabah schrieb, darunter den Bestseller „Three came home“ über die Zeit des 2. Weltkriegs und der japanischen Besatzung.

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