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Indonesien

Die heutige Teilung der Insel Borneo geht auf den britisch-niederländischen Vertrag von 1824 zurück. Zu diesem Zeitpunkt hatten der noch unabhängige Sultan von Sulu der British North Borneo Company das Gebiet überlassen, das der heutigen malaysischen Provinz Sabah entspricht, während der Sultan von Brunei den britischen Abenteurer James Brooke zum Regenten von Sarawak gemacht hatte und diese Provinz somit ebenfalls britisch wurde. Der südliche Teil Borneos dagegen befand sich unter niederländischer Kontrolle. Mit dem Vertrag von 1824 wurde die britisch-niederländische Teilung der Insel besiegelt.

Nach der Unabhängigkeit von Indonesien und Malaysia kam es 1962 zu einem mehrjährigen Konflikt beider Länder in Borneo, der als „Indonesia-Malaysia Confrontation“ in die Geschichtsbücher einging. Nachdem deutlich wurde, dass sich die beiden Provinzen Sabah und Sarawak, die zu dem Zeitpunkt als „British Borneo“ bekannt waren, der neuen malaysischen Föderation anschließen wollten, griffen die Streitmächte Indonesiens malaysische Armeestützpunkte im Norden an. Offiziell versuchte Großbritannien seine Beteiligung an den Kämpfen geheim zu halten, doch inoffiziell waren britische, australische und neuseeländische Soldaten darin verwickelt. Erst 1966, nachdem der neue indonesische Präsident Suharto an die Macht gekommen war, kam es zu Friedensverhandlungen und Indonesien akzeptierte den Verlust des Nordteils von Borneo. Sabah und Sarawak wurden Teile Malaysias. Interessanterweise gilt das Wort „Kalimantan“ in Indonesien als Bezeichnung für die gesamte Insel Borneo, während es in Malaysia (und allgemein) lediglich den indonesischen Teil der Insel bezeichnet.

Umsiedlung nach Borneo

Im Jahre 2001 startete die indonesische Regierung ein großes Umsiedlungsprogramm, das mittellose Familien von den Inseln Java, Madura und Bali nach Kalimantan brachte und zu heftigen Konflikten mit den einheimischen Dayaks führte, den zu über 90% christlichen Ureinwohnern von Kalimantan.

Der größte Teil Kalimantans besteht bis heute aus undurchdringlichem Regenwald, der jedoch durch großflächige Rodungen in seiner Existenz bedroht ist. Die größten Städte auf der indonesischen Seite Borneos sind Balikpapan und Banjarmasin im Süden. In Balikpapan befindet sich der größte Flughafen von Kalimantan, der Sepinggan International Airport. Die Stadt ist auch als „Oil City“ bekannt, weil viele globale Mineralöl- und Gaskonzerne von dort operieren.

Allgemeines zu Indonesien

Indonesien ist mit 18.110 Inseln auf einer Gesamtfläche von 1.904.569 Quadratkilometern der größte Inselstaat der Welt und zugleich das viert bevölkerungsreichste Land hinter China, Indien und den USA. Immer wieder von Wirtschaftskrisen und Miss-Management geplagt, hinkte Indonesien den erfolgreichen Tigerstaaten von Südostasien lange Zeit hinterher, ehe es in den letzten Jahren aufholen konnte. Auch touristisch ist Indonesien ein noch durchgängig unbeschriebenes Blatt: Das einzige echte Touristenziel des Inselstaates ist die beliebte Insel Bali, die zugleich eine hinduistisch geprägte Ausnahme im muslimischen Indonesien darstellt.

Nachdem schon Marco Polo im 13. Jahrhundert kurz vorbeischaute und die Portugiesen 1522 ein Handelshaus nahe der heutigen Hauptstadt Jakarta errichteten, sicherte sich die niederländische VOC, die Vereinigte Ostindische Handelskompanie, im frühen 17. Jahrhundert das Archipel und würde es für die nächsten 350 Jahre nicht mehr hergeben. Ein Handelsvertrag mit Großbritannien sorgte 1824 für eine Einteilung der Landesgrenzen zwischen den niederländischen Kolonien Indonesiens und den britischen Kolonien von Malaysia, die bis heute die Grenzen zwischen Indonesien und Malaysia markieren.

Eine Kuriosität am Rande: In der Zeit von 1811 bis 1816 übernahmen die Briten die niederländischen Kolonien, da das Mutterland der Niederlande zu diesem Zeitpunkt von Napoleon besetzt war und die Briten eine Einflussnahme der Franzosen in Südostasien verhindern wollten. Nach dem Ende der napoleonischen Kriege gaben die Briten Indonesien an die Niederlande zurück. Doch in dieser Zeit hatten sie den Linksverkehr eingeführt, der bis heute im gesamten Land erhalten geblieben ist.

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Ab 1941 wurde Indonesien wie die Nachbarländer auch von japanischen Truppen besetzt und die niederländischen Siedler interniert. Nach dem Kriegsende vier Jahre später und dem Abzug der Japaner erklärte der Leiter der indonesischen Nationalisten, Sukarno, die Unabhängigkeit des Landes. Zwar versuchen die Niederländer noch vier Jahre lang ihre Kolonie zurück zu gewinnen, doch sie mussten schließlich dem internationalen Druck nachgeben und die Unabhängigkeit Indonesiens anerkennen.

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