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Reisebericht Melaka

Melaka, häufig auch in der englischen Variante Malacca geschrieben, ist die wohl geschichtsträchtigste Stadt von Malaysia und darf somit auf einer Rundreise nicht fehlen. Dieser Reisebericht handelt von meinen Erfahrungen. Die Innenstadt ist erfreulich kompakt und so war es für uns kein Problem, zu Fuß vom Busbahnhof zu unserem Hotel zu gelangen. Ein kurzer Spaziergang brachte uns ins historische Herz der Stadt, das jedem Malaysiabesucher schon von Postkarten und anderen Bildern bekannt ist: Das Ensemble aus rotgestrichenen, holländisch anmutenden Häusern am Town Square.

Das einzige Gebäude, das von Touristen „einfach so“ betreten werden kann, ist die niederländische Christchurch, die von allen kolonialen Gebäuden in Malaysia den tiefsten Eindruck bei mir hinterließ. Warum? Nach angelsächsischer Tradition sind an den Innenwänden der Kirche und auf dem Boden viele Grabplatten eingelassen, die an die Toten erinnern. Darunter eine Reihe von Grabplatten einer Familie, deren Kinder an einer Krankheit gestorben waren. Ich erinnere mich weder an die Krankheit noch an die Namen, doch der Anblick dieser Grabplatten verdeutlichte mir viel eher als alles andere, wie das Leben in den fernen tropischen Kolonien für die meisten Menschen gewesen sein muss und wie viel sie fernab der Heimat durchmachen mussten. Was mochte in dem englischen Mann vorgegangen sein, der seine Frau und Kinder in Melaka bestatten musste? Es sind diese Kleinigkeiten, die häufig viel mehr erzählen, als dicke Geschichtsbücher oder staubige Museen und aus diesem Grund auch in einem Reisebericht für Malaysia erwähnt sein sollten.

Niederländische Architektur in Melaka
Niederländische Architektur in Melaka

Apropos Museen: Auch diese sind in Melaka reichhaltig vertreten. Im Stadthuys neben der Christchurch befindet sich das History & Ethnography Museum und im Hafen der Stadt ist das kuriose Maritime Museum, das in einem Nachbau des portugiesischen Schiffes Flora de la Mar unterbracht ist. Zum Besuch weiterer Museen reichte die Zeit dann leider nicht mehr, da natürlich auch noch der Hügel St. Paul bestiegen werden wollte und die Überreste des portugiesischen Fort A’Famosa besucht werden wollten.

Die Stadt ist bekannt für seine Antiquitätenläden in der Jonker Street, doch als unkundiger Besucher fühlt man sich schnell verloren: Für uns war es nicht abzuschätzen, welche angepriesenen Antiquitäten wirklich echt waren und welche lediglich nachgemachte Billigware „made in China“ war. Die kleine Statue des Hindu-Gottes Shiva, die ich nach heftigem Feilschen für einen erfreulich niedrigen Preis bekam, war definitiv ein modernes Imitat aus Gips, das später angemalt wurde. Immerhin hatte der Händler den Anstand, dies auch nicht zu leugnen und die Statue für entsprechend wenig Geld zu verkaufen.

Die Jonker Street führt direkt ins Herz der alten Chinatown von Melaka mit hübsch restaurierten Shophouses, günstigen Garküchen und dem bekannten religiösen Trio, das aus dem chinesischen Cheng Hoon Teng Tempel, dem hinduistischen Sri Poyatha Venayagar Moorthi Tempel und der muslimischen Kampung Kling Moschee besteht. Und wenn man ohnehin einmal dort ist, lohnt auch der Besuch des kleinen Baba-Nyonya-Museums, das das Leben der Nyonya im 19. Jahrhundert zeigt, der ersten chinesischen Siedler im Land, die einheimische malaiische Frauen heirateten und mit ihnen Nachwuchs zeugten.

Zum Sightseeing-Programm gehört auch ein Besuch des Kampung Mortem, einer traditionellen malaiischen Siedlung mit ihren hölzernen Häusern, in denen ganze Großfamilien leben. Da wir keine Lust hatten, die gut ein Kilometer lange Strecke in der tropischen Hitze zu Fuß zurück zu legen, entschieden wir uns für eine Bootsfahrt, die auf dem Melaka River bis zum Kampung Morten führte und dabei auch einen Einblick in das normale Leben der Einwohner am Flussufer jenseits der hübschen Fassaden an den Straßen bot. Ein weiterer Vorteil der Bootsfahrt war die Anwesenheit eines Führers, der den Passagieren viele interessante Dinge über die Stadt erzählte und auch das Leben in den Kampungs anschaulich schilderte. Gerade für Individualreisende, die generell ohne Führer auskommen (wollen), sind solche Touren sehr informativ und in meinen Augen sehr lohnenswert.

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Ein Reisebericht-Fazit

Melaka ist definitiv einer der interessantesten Orte von Malaysia, wenn man sich unter einem Urlaub nicht nur einen Strandurlaub vorstellt. Die unterschiedlichen Orte, die man hier aufsuchen kann und die damit verbundenen einzelnen Epochen in der Geschichte des Landes sind wirklich außergwöhnlich und beeindruckend. Dieser Reisebericht soll Ihnen deutlich machen, dass Malaysia auch neben den traumhäften Stränden und der beeindruckenden Natur auch einiges im Bereich Kultur und Geschichte bietet. Nutzen Sie dieses Angebot : )

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