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Wirtschaft

Die Wirtschaft von Malaysia gehört zu den stärksten Ländern von Südostasien mit einem jährlichen Wachstum von ca. 5%. Während des großen wirtschaftlichen Booms der Region Ende des 20. Jahrhunderts war Malaysia eine der treibenden Kräfte und erfreute sich eines schnell wachsenden Wohlstandes. Symbolisch für den Erfolg in der Wirtschaft stehen vor allem die modernen Wolkenkratzer der Metropole Kuala Lumpur mit den Petronas Towers, den bis heute höchsten Zwillingstürmen der Welt.

Zu den wichtigsten Handelspartnern Malaysias gehören China, Singapur, Japan und die USA. Die malaysische Bevölkerung genießt einen hohen Bildungsstandard und lediglich 3,8% der Malaysier leben unter der Armutsgrenze. Die Arbeitslosenquote lag 2011 bei 3,1%.

Das Land gehörte aufgrund seiner Lage an der Straße von Melaka schon im Mittelalter zu den wichtigsten Handelsplätzen Südostasiens, an dem Gewürze von den Molukken, Porzellan und Seide aus China und viele andere Güter gehandelt wurden. Folglich war die Wirtschaftdes Landes ein wichtiger Antriebsmotor. Während der britischen Kolonialzeit stieg Malaysia zu einem der wichtigsten Produzenten von Gummi und Palmöl weltweit auf. Vor allem auf der malaysischen Halbinsel wurden riesige Flächen Regenwald gerodet um Gummibäume und Ölpalmen anzupflanzen. Es ist zudem einer der wichtigsten Exporteure von Zinn, das in riesigen Minen rund um Kuala Lumpur und Ipoh gefördert wurde. Bis spät ins 20. Jahrhundert hinein bildeten Zinn, Palmöl und Gummi die wichtigsten Säulen der malaysischen Wirtschaft. Weitere landwirtschaftliche Exportgüter sind Holz, Pfeffer, Tabak, Ananas und Kakaobohnen.

Wechsel auf Dienstleistung

In den 70er Jahren setzte ein Wandel ein, der sich an den erfolgreichen asiatischen „Tigerstaaten“ Taiwan, Südkorea, Hong Kong und Singapur orientierte. Um weniger abhängig von der Landwirtschaft und dem Zinnabbau zu werden, wechselte Malaysia dem Fokus der Wirtschaft auf eine moderne Dienstleitungsgesellschaft und das Bankgeschäft. Heute ist das Land führend im Bereich der islamischen Banken, die nach den Prinzipien der Scharia operieren.
Zugleich profitierte das Land von den ersten Öl- und Gasfunden, die Zinn schon bald als wichtigste natürliche Ressource ablösten und dem staatlichen malaysischen Ölförderer Petronas Rekordgewinne bescherte. In den letzten Jahren entwickelte sich Malaysia zu einem führenden Produzenten von Mikrochips und anderen elektronischen Bauteilen in der modernen Computerindustrie.

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Tourismus als Wirtschaftsfaktor

Der Tourismus spielte im Land lange Zeit eine untergeordnete Rolle. Der größte Teil der Besucher kam (und kommt) aus den Nachbarländern Singapur, Indonesien, Thailand und China. Erst 1992 wurde der „Malaysia Tourism Promotion Board Act“ beschlossen, der darauf abzielte, den Tourismus im Land anzukurbeln. 1999 wurde die erste weltweite Marketingkampagne „Malaysia, Truly Asia“ gestartet, die im Folgenden etwa 7,4 Millionen Besucher ins Land lockte. Ferienziele wie Langkawi wurden nach dem Vorbild des Nachbarlandes Thailand zu „tropischen Urlaubsparadiesen“ weiterentwickelt, während in der Region Kuala Lumpur neue Attraktionen wie die Formel Eins-Rennstrecke von Sepang entstanden.

Vor allem während der südostasiatischen Krise Ende des 20.Jahrhunderts und der damit verbundenen schwachen Wirtschaft war der Tourismus eine der wichtigsten neuen Geldquellen für das Land. 2010 verzeichnete Malaysia 24,6 Mio. Besucher, von denen nach wie vor der größte Teil aus den Nachbarländern kommt. Aus Deutschland reisen nur etwa 80.000 Besucher jährlich in das Land, die meisten zum Badeurlaub oder zu kulturellen Rundreisen. Immer beliebter geworden ist der sogenannte Öko-Tourismus auf Borneo mit Wanderungen durch den Regenwald. Malaysia profitiert zudem von den weltweit zunehmenden Kreuzfahrten, da vor allem die beiden Weltkulturerbe-Stätten Melaka und Penang von vielen Schiffen angesteuert werden und viele Tagesbesucher ins Land bringen.

Das Land setzt auch weiterhin eher auf die Entwicklung des regionalen Tourismus. So entstehen derzeit neue Projekte wie der Spaceport in Melaka, von dem in Zukunft die ersten touristischen Flüge ins All starten sollen. Ferieninseln wie Tioman und die Perhentians werden dagegen wohl eher ihren rustikalen Charme behalten und nicht zu trubeligen Pauschalreisezielen ausgebaut.

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