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Malaysia oder Thailand?

Bei der Planung der nächsten Reise nach Südostasien kann man sich die Frage stellen: Wohin soll es gehen? Malaysia oder Thailand? Für die meisten deutschen Touristen stellt sich diese Frage gar nicht: Thailand ist das mit Abstand beliebteste Reiseziel deutscher Urlauber in Südostasien. Pro Jahr fliegen etwa 500.000 Deutsche nach in Richtung Bangkok, aber nur 80.000 steuern das südlich gelegene Malaysia an. Der Grund dafür ist auf den ersten Blick simpel: Thailand bietet eine Vielzahl wunderschöner Inseln, ein günstiges Preis-/Leistungsverhältnis und die aufregende Metropole Bangkok. Dazu kommt das Naturerlebnis in den Regenwäldern des Nordens und einmalige Sehenswürdigkeiten wie die beiden alten Königsstädte Ayutthaya und Sukhothai.

Und doch hat Malaysia all dies auch zu bieten: Langkawi und Tioman stehen Phuket und Ko Samui in nichts nach, Kuala Lumpur bietet ein aufregendes modernes Großstadtleben und historische Orte wie Melaka und Georgetown auf Penang blicken auf eine aufregende jahrhundertealte Geschichte zurück. Auch bei den Preisen schneidet keines der beiden Länder im Malaysia oder Thailand Vergleich schlechter ab. Günstige Hotelzimmer sind in beiden Ländern für etwa 20-30 Euro pro Nacht zu haben und eine volle Mahlzeit kostet in den Garküchen am Straßenrand selten mehr als 1-2 Euro. Egal ob Nasi Lemak in Malaysia oder Pad Thai in Thailand.

Thailand ist bekannter in Europa

Das Thailandreisen so viel gefragter in Europa sind, liegt wohl auch an der starken Ausrichtung auf westliche Touristen, denen es sich hervorragend als „Land des Lächelns“ vermarktet. Thai-Restaurants und Thai-Massagen haben dafür gesorgt, dass die thailändische Kultur auch in Deutschland vertraut ist. Zu malaysischem Essen oder malaysischen Gepflogenheiten fällt dagegen den wenigsten etwas ein. Wenn überhaupt wird das Land eher als restriktives islamisches Reiseziel gesehen, in dem westliche Touristen möglicherweise gar nicht willkommen sind. Dies ist natürlich ein Trugschluss, doch da Malaysias Tourismusindustrie weitaus weniger für ihr Land wirbt als die des nördlichen Nachbarn, wird sich an diesem Bild so schnell nichts ändern. Das Land scheint genug zu haben an den vielen Touristen aus Asien, die jedes Jahr in das Land strömen: Wochenendbesucher aus dem benachbarten Singapur oder Chinesen, die sich in den chinesisch geprägten Orten der malaysischen Halbinsel wie zuhause fühlen.

Einzigartige Natur und westliche Schriftzeichen

Dabei lohnt sich eine Malaysiareise durchaus für westliche Besucher: Die einzigartige Natur von Borneo mit dem Mount Kinabalu National Park und wenig erschlossene Inselparadiese wie die Perhentian Islands bieten ein weitaus authentischeres Asien-Erlebnis als die touristischen Inseln von im thailändischen Süden oder die überlaufenen Nationalparks des Nordens im Goldenen Dreieck. Als Erleichterung wird von vielen westlichen Touristen auch die Sprache empfunden: Malaysisch wird in westlicher Schrift geschrieben, so dass Hinweisschilder und Ortsschilder leichter zu lesen sind. In vieler Hinsicht sind sich die beiden Länder jedoch auch sehr gleich, zum Beispiel bei den effizienten Fernbuslinien, die größere und kleinere Städte günstig miteinander verbinden. Die moderne Metropole Kuala Lumpur hat in den letzten Jahren stark aufgeholt und braucht sich nicht mehr hinter Bangkok zu verstecken. Zwar besitzt sie kein so herausragendes Monument wie den Königspalast am Chao Praya, doch auch moderne Attraktionen wie die Petronas Towers sind sehenswert und die Shopping-Möglichkeiten sind ebenfalls vergleichbar: Bangkok mag die großen Malls am Siam Square haben und den Straßenmarkt Pratunam, doch Kuala Lumpur kann mit den Malls an der Bukit Bintang und der chinesischen Petaling Street locker mithalten.

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Wenig Nachtleben in Malaysias Städten

Die einzigen Abstriche, die westliche Touristen machen müssen, gelten dem malayischen Nachtleben: Wer große Rotlichtviertel wie Patpong in Bangkok oder wilde Strandpartys mit viel billigem Bier sucht, ist hier fehl am Platze: Der öffentliche Alkoholausschank wird in diesem islamisch geprägten Land streng reglementiert und auch auf Ferieninseln wie Tioman und Langkawi geht es abends eher ruhig zu. Ganz sicher kein Vergleich zu Thailands Ferieninseln wie Ko Samui, wo die Party am Chaweng Beach bis in die frühen Morgenstunden dauert. Exzesse wie die Full Moon Partys im benachbarten Ko Phangan sind an den Küsten Malaysias undenkbar.

Junge Backpacker, die im Urlaub viel Wert auf Party, Alkohol und weiche Drogen legen, sind daher ganz sicher im toleranten, westlich orientierten Thailand besser aufgehoben. Wer sich jedoch eher für die asiatische Kultur und Geschichte interessiert, wird Malaysia lieben. Schließlich bietet der Vielvölkerstaat eine reichhaltige Auswahl an malaiischer, chinesischer und indischer Kultur mit einzigartigen Tempeln und einer vielfältigen Küche, die in die Asien ihresgleichen sucht. Auch die Natur, vor allem auf Borneo, und die Bedeutung von historischen Orten wie Melaka und Georgetown spricht für eine Reise nach Malaysia.

Summary: Malaysia oder Thailand?

Letztendlich aber sollte es kein „entweder oder“ sein, sondern ein „sowohl als auch“, denn beide Länder bieten eine Vielzahl einzigartiger Erfahrungen und prachtvoller Sehenswürdigkeiten. Beide Länder haben ihre Vorteile, jedoch sollte man beide einfach einmal erlebt haben.

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