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Reisebericht „Sarawak und ein Dschungeltreck zum Volk der Iban“

Im malaiischen Teil von Borneo führen alle Wege über Kota Kinabalu. So landeten wir nach einer aufregenden Besteigung des Mount Kinabalu wieder hier. Nach einer Übernachtung in einer einfachen Unterkunft mit Mandi traten wir am nächsten Morgen unseren Flug nach Kuching, der größten Stadt Sabahs, an. Während des Fluges von Kota Kinabalu nach Kuching sieht man, dass der auf Landkarten dargestellte, undurchdringliche Dschungel von Malaysia hier vielerorts von riesigen Kahlschlägen und Palmölplantagen durchzogen ist. In Kuching gibt es zahlreiche Tourveranstalter, die Touren zu den Iban Langhäusern, in den Bako Nationalpark und zu den Orang Utans anbieten. Dieser Reisebericht handelt von dieser Tour.

Besuch bei den Ibans

Wir buchten eine mehrtägige Tour zu den Ibans, zu der wir am nächsten Morgen aufbrachen. Nach einer vierstündigen Busfahrt erreichten wir den kleinen Ort Lemanak Jetty, von wo aus es mit einem motorisierten Langboot den Lemanak River tief in den Dschungel hinein ging. Nach 2,5 Stunden Bootsfahrt erreichten wir am frühen Abend das Iban Dorf, in dem wir die nächsten drei Tage verbringen wollten. Die Dorfgemeinschaft begrüßte uns mit einem Ritual und traditionellen Tänzen. Nachdem wir gemeinsam mit den anderen eine bescheidene Reismahlzeit eingenommen hatten, fielen wir müde auf unsere Matratzen, die uns in einem Gästelanghaus zugewiesen wurden.
Die nächsten Tage verbrachten wir mit ausgedehnten Dschungelwanderungen, bei denen sich unser Iban-Guide die größte Mühe gab, uns die Flora und Fauna der Umgebung nahe zu bringen. Dem ausgeprägten Natursinn unseres Führers ist es zu verdanken, dass wir, im Unterholz hockend, eine Gruppe Nasenaffen in unmittelbarer Umgebung beobachten konnten. Wir trauten uns kaum, unsere Kamera zu benutzen, aus Angst, die scheuen Tiere zu erschrecken.
Zwischen unseren Dschungeltouren lernten wir das Dorfleben und unsere Gastgeber besser kennen. Ein hilfreicher Bonus hierbei war, dass wir mit unserer Tochter reisten. Kinder sind, wie in fast allen Kulturen, ein hoch angesehenes Gut. Das Pfahlhaus unserer Dorfgemeinschaft beherbergte 18 Familien, die hier alle schliefen, arbeiteten und lebten. Trotz der Einfachheit gab es sogar zwei Fernseher, die einmal pro Woche über einen Generator betrieben wurden. Mein Mann, ein begeisterter Hobbyangler, ließ es sich nicht nehmen, mit den Iban auf dem Lemanak zum Fischen zu fahren. Die Iban Frauen nahmen sich meiner Tochter an und versuchten, unter großem Gelächter, ihr das Korbflechten beizubringen. Das letzte Abendessen, das aus allerhand „Dschungelzutaten“, wie wildem Knoblauch, Tapiokablätter, langen Bohnen und Hühnerhälsen bestand, durften wir mit zubereiten. Danach stellten die Dorfältesten uns Plastikbecher hin, die sie aus einem Bambusrohr mit selbst gemachtem Reiswhisky füllten. An diesem Abend saßen wir noch lange zusammen und die Sprachbarrieren, die es zuvor noch gab, waren wie weggeblasen.

Orang Utan Rehabilitationszentrum auf Borneo
Orang Utan Rehabilitationszentrum auf Borneo

Orang Utan Rehabilitationszentrum

Nach unserer Rückkehr nach Kuching wollten wir unbedingt noch einen Abstecher zum 30 Kilometer entfernten Rehabilitationszentrum für Orang Utans machen. Hier werden Tiere, die aus unsachgemäßer Haltung befreit oder als verlassene Jungtiere im Dschungel gefunden wurden, langsam auf eine Auswilderung vorbereitet. Die beste Zeit, um Orang Utans zu sehen, sind die Fütterungszeiten am Morgen und am Nachmittag. Auf dem ausgeschilderten Weg zur Fütterungsplattform sprang plötzlich ein halbwüchsiger, langhaariger Menschenaffe aus dem Baum und versperrte uns den Weg. Auf ein Kräftemessen mit diesem halbwilden Tier wollten wir es nicht ankommen lassen und traten den Rückzug an. Der Orang Utan war beruhigt und verschwand so schnell, wie er gekommen war wieder in den Bäumen. An der Plattform sahen wir an diesem Tag leider keine Orang Utans mehr.

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Ein Reisebericht-Fazit über Malaysia

Mit diesem Reisebericht möchte ich die Vielfältigkeit der Eindrücke für dieses Reiseziel in Malaysia hervorheben. Wir waren alle mehr als beeindruckt und die Erlebnisse sind, weil sie so authentisch waren uns allen noch in guter Erinnerung. Gerade wenn man ungekünstelte Menschen und atemberaubende Natur erleben möchte, ist diese Region in Malaysia, auch wenn Sie vielleicht etwas schwerer zu erreichen ist, ein wirklich gutes Ziel. Wir hoffen, mit diesem Reisebericht ein bisschen mehr Interesse hierfür geweckt zu haben.

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