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Singapur

Der Stadtstaat Singapur vor der Südküste von Malaysia wird noch immer touristisch unterschätzt. Vielen gilt die Insel als unterkühltes Finanzzentrum von Südostasien mit drakonischen Gesetzen, die das Kaugummikauen unter Strafe stellen. Dabei könnte diese Annahme nicht falscher sein, denn die multikulturelle Metropole bietet für eine eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten und den höchsten Lebensstandard von ganz Südostasien. Wer Singapur wirklich kennenlernen will, sollte daher einige Tage Zeit mitbringen.

Tourismus wird in Singapur ausgebaut

Zu den wirtschaftlichen Stärken des Landes gehören der Bankensektor und der Hafen, der zu den größten und wichtigsten Seehäfen der Welt gehört. Lange Zeit war das Land bei ausländischen Touristen lediglich ein beliebtes Stop-Over-Ziel auf dem Weg zwischen Europa und Australien, doch seit einigen Jahren setzt die Regierung immer stärker auf Besucher, die länger bleiben und die vielen Ausflugsmöglichkeiten der Insel genießen. 2005 wurde das Glücksspielverbot aufgehoben, so dass Casinos in der Stadt öffnen konnten, und der medizinische Tourismus gefördert, der Besucher aus ganz Asien zu Behandlungen lockt. Weitere Neuentwicklungen sind das Kulturzentrum Esplanade am Ufer, das die Gestalt einer geöffneten Durian-Frucht hat, der Singapore Flyer, das mit 165 Metern höchste Riesenrad der Welt und das neue Viertel Marina Bay. Auch die Ferieninsel Sentosa wurde in den letzten Jahren stark ausgebaut und um neue Resorts erweitert.

Von den heute etwa 5 Millionen Einwohnern Singapurs sind 75% chinesischer Herkunft, 13% stammen aus Malaysia und 9% aus Indien. Europäische und andere „westliche“ Expatriates machen etwa 3% der Bevölkerung aus. Während „singapurisches Mandarin“ die offizielle Sprache des Landes ist, wird überall Englisch gesprochen und verstanden.

Übertriebene Strafen?

Und die drakonischen Strafen des Landes? Die meisten von ihnen sind leicht zu vermeiden, wenn der gesunde Menschenverstand benutzt wird. So ist es zum Beispiel gar nicht verboten Kaugummi zu kauen – verboten ist lediglich der Verkauf von Kaugummi und das „Entsorgen“ außerhalb von Mülleimern. Ein Verbot, das auch vielen europäischen Städten gut zu Gesicht stünde. Auch die Geldstrafe, die für das Fallenlassen von Müll auf der Straße fällig wird, könnte anderswo von Nutzen sein.

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Die Entwicklung von Singapur

Die nur 710 km² große Republik, die aus insgesamt 63 Inseln besteht, war bis ins frühe 19.Jahrhundert hinein eine nur spärlich besiedelte Provinz des Sultanats von Johor. Ihre Entwicklung zum wohlhabendsten Land in Südostasien begann im Jahr 1819 als der Brite Stamford Raffles die Insel für die East India Company in Beschlag nahm. Der historische malaiische Name Singapura – Löwenstadt – wurde für den neuen strategisch günstigen Handelsposten an der Spitze der Halbinsel von Malaysia beibehalten. 1826 wurde es den britischen Straits Settlements (Melaka und Penang) zugefügt und bereits zehn Jahre später ihre Hauptstadt. Hatte die Bevölkerungszahl der Insel bei der Ankunft von Stamford Raffles noch bei etwa 1000 Einheimischen gelegen, lebten 1860 schon 80.000 Menschen auf Singapur. Die Hälfte von ihnen chinesische Einwanderer, die auf den Gummibaum-Plantagen arbeiteten.

Die britische Stadtplanung hatte von Anfang an eine Trennung der Rassen vorgesehen, die sich noch heute in den inneren Stadtvierteln der Stadt widerspiegelt: So liegt Chinatown westlich des Singapore Rivers und der heutige Colonial District, die Siedlung der Briten, östlich des Flusses. Weiter nördlich schließen sich die Viertel Little India, Bugis und Arab Street an.

Während des zweiten Weltkrieges erlebte das britische Empire seine schwerste Niederlage im Februar 1942 im Kampf um Singapur, nachdem die Japaner die gesamte malaysische Halbinsel überrannt hatten. 80.000 Briten, Australier und Inder gerieten in japanische Kriegsgefangenschaft, während tausende in der Stadt lebende Chinesen von japanischen Truppen ermordet wurden.

Nach dem Ende des 2.Weltkrieges wurde Singapur zunächst wieder eine britische Kolonie, ehe es sich 1963 der neuen malaysischen Föderation anschloss, zu der auch die Halbinsel Malaya und die Provinzen Sarawak und Sabah auf Borneo gehörten. Schon bald kam es jedoch zu Konflikten zwischen der malaysischen Zentralregierung in Kuala Lumpur, die ethnische Malaien bevorzugte, und dem chinesisch dominierten Singapur. 1965 stimmte Malaysia einem Ausschluss Singapurs aus der Föderation mit 126 zu 0 Stimmen zu und im folgenden Jahr machte sich der kleine Inselstaat als Republik selbständig.

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