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Sandakan

Die Stadt Sandakan im Osten des Bundesstaates Sabah von Malaysia ist für viele das bevorzugte Erholungsziel nach der anstrengenden Besteigung auf den Mount Kinabalu. Während die Stadt selbst nur wenige spannende Sehenswürdigkeiten bietet, befinden sich in ihrem Umfeld zahlreiche bekannte Ausflugsziele wie das Sepilok Orang Utan Rehabilitation Centre und der Nationalpark Turtle Islands vor der Küste. Zudem bietet sich von hier die Möglichkeit zur Weiterreise auf die Philippinen an.

Deutscher Einfluß in Sandakan

Sandakan blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück und ist gerade für deutsche Besucher ein interessanter Ort, da sich im späten 19.Jahrhundert so viele deutsche Händler hier niederließen, dass die Siedlung auch als „Kampung German“ bekannt war. Die moderne Geschichte der Region begann um 1870 als der schottische Seefahrer William Schuck mit der Erlaubnis des regierenden Sultans von Sulu einen ersten Handelsposten errichtete, der schon bald von William Clarke Cowie, einem schottischen Waffenschmuggler übernommen wurde. Er gab dem Ort seinen heutigen Namen Sandakan, der in der Sprache der Sulu soviel bedeutet wie „Der Ort, der verhökert wurde“.

Kurz darauf fiel die neue Siedlung an den preußischen Baron von Overbeck, der als Generalkonsul der österreichisch-ungarischen Monarchie mit dem Sultan von Sulu einen neuen Vertrag abgeschlossen hatte und seinerseits die vielen deutschen Händler mitbrachte. Von Overbeck durfte sich nach dem Vertrag sogar „König von Sandakan“ nennen, doch er setzte den Briten Willian Pryer als Verwalter ein, der die Region schon bald für die britische Monarchie in Anspruch nahm. Die erste Siedlung brannte 1878 nieder und wurde in der Nähe neu erbaut, wo sie zunächst Elopura („Schöne Stadt“) hieß, aber bald wieder wie die erste Siedlung genannt wurde. 1884 wurde sie Hauptstadt von Nord-Borneo.

Sandakan zog schon früh zahlreiche Auswanderer aus der chinesischen Provinz Kanton an, die in den nahegelegenen Höhlen von Gomantong die in der chinesischen Küche beliebten Vogelnester „ernteten“ und nach Hause nach Hong Kong schickten. Noch heute wird der Ort aufgrund der vielen kantonesisch-stämmigen Einwohner „Little Hong Kong“ genannt. Später wurde man hier durch den Handel mit Tropenholz reich und galt kurze Zeit sogar als Stadt mit den meisten Millionären der Welt. Auch der berühmte Himmelspalast von Beijing wurde mit Holz aus den dortigen Wäldern erbaut.

Todesmärsche des 2. Weltkrieges

Traurige Berühmtheit erlangte man hier im 2. Weltkrieg durch die „Todesmärsche von Sandakan“, die 2.400 alliierten Kriegsgefangenen, vor allem Australiern, und 3.600 indonesischen Zwangsarbeitern das Leben kosteten: 1942 und 1943 brachten die japanischen Besatzer Kriegsgefangene aus Singapur und Zivilisten aus Java nach Nord-Borneo um einen Flugplatz in der Nähe zu bauen, eine Arbeit, die viele nicht überlebten. Als die Alliierten Anfang 1945 kurz vor der Befreiung Borneos standen, entschlossen sich die Japaner, die etwa 1.900 verbliebenen Kriegsgefangenen ins 260 Kilometer entfernte Ranau zu bringen. Viele von ihnen überlebten den Marsch nicht und die letzten 36 Kriegsgefangenen, die vor der japanischen Kapitulation Ende Juli ’45 noch lebten, wurden von ihren Bewachern getötet. Lediglich 6 Australier, die schon vorher aus Ranau geflohen waren, konnten nach Kriegsende als einzige überlebende Zeugen für die Kriegsverbrechen vernommen werden. Der heutige Flughafen der Stadt wurde am gleichen Ort erbaut, auf dem die Kriegsgefangenen den japanischen Flugplatz angelegt hatten.

Heute ist Sandakan eine recht beschauliche, chinesisch geprägte Stadt, die vor allem von ihrem geschäftigen Hafen und von Exporten wie Kakao, Kaffee, Palmöl und Sago lebt. In den letzten Jahren wurden mehreren Programme begonnen um die Stadt zu modernisieren und auch für den Tourismus interessanter zu machen.

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Anreise bzw. Abreise

Die bequemste Anreise nach Sandakan erfolgt mit dem Flugzeug. MASWings und Air Asia verbinden die Stadt direkt mit Kuala Lumpur und Kota Kinabalu.

Die Busfahrt zwischen Kota Kinabalu und Sandakan dauert etwa fünf Stunden. Verschiedene Busunternehmen bieten die Strecke mehrfach täglich an. Allerdings befindet sich der Busbahnhof von Sandakan 4 km nördlich der Innenstadt. Wer hier ankommt, kann mit dem örtlichen Linienbus ins Zentrum fahren oder ein Taxi nehmen.

Weitere Busverbindungen bestehen nach Semporna, Lahad Datu und Tawau, von wo die Weiterreise in den indonesischen Teil von Borneo (Kalimantan) möglich ist.

Von Sandakan verkehrt mehrmals wöchentlich eine Fähre nach Zamboanga auf der philippinischen Insel Mindanao. Die Fahrt dauert etwa 13 Stunden. Manche Langzeittouristen nutzen die Fährverbindung für einen „Visa Run“, d.h. die Ausreise aus Malaysia vor Ablauf des dreimonatigen Touristenvisums. Nach einem Tag auf den Philippinen kehren sie zurück nach Sandakan und erhalten ein neues dreimonatiges Touristenvisum. Wer eine Asienrundreise von Malaysia aus auf den Philippinen fortsetzen will, kann ebenfalls diese Fährverbindung nutzen, doch für einen kurzen Ausflug lohnt sich die Fahrt nicht wirklich.

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