Musik

Wie in allen anderen Ländern der Welt gibt es auch in Malaysia große Unterschiede zwischen der traditionellen Musik des Landes, der Musik die bei den älteren Menschen beliebt ist, und bei dem was die Jugend hört. Dazu kommen die kulturellen Unterschiede innerhalb der malaysischen Bevölkerung, die für eine ausgesprochen vielfältige Musikszene sorgen.

Traditionelle Musik

Zu den ältesten musikalischen Ausdrucksformen Malaysias gehört Mak Yong, das 2005 von der UNESCO zu einem „Meisterstück des mündlich weitergegebenen Weltkulturerbe der Menschheit“ erklärt wurde. Ironischerweise wurde Mak Yong im Land selbst 1991 von der regierenden islamischen Partei aufgrund seiner animistischen und hinduistisch-buddhistischen Wurzeln verboten. Mak Yong entstand bereits im Mittelalter und basiert anders als die meisten klassischen Werke Südostasiens auf Legenden der Region Kelantan und nicht auf Hindu-Mythen wie der Ramayana. Zu den eingesetzten Instrumenten gehören Gongs, Gendang-Trommeln, Flöten, Kesi und Lauten. Eine Abwandlung des Mak Yong ist Menora, das aus Süd-Thailand über die Grenze kam.

Eine weitere wichtige Tradition Malaysias ist „Nobat“, ein Musikstück, das nur bei der Inthronisierung eines neuen Sultans oder bei seinem Geburtstag zu hören ist und das von einem sechsköpfigen Orchester gespielt wird. Verwendet werden verschiedene Trommeln, Flöten, Trompeten und ein Gong.

Beliebt unter den Ureinwohnern der malaysischen Halbinsel war zudem das Singen in Gruppen, das von Percussion-Instrumenten oder Xylophonen begleitet wurde. Die Dikir Barat genannten Gesänge werden heute von der Regierung als Erbe der nationalen Kultur stark gefördert.

Ab dem 16. Jahrhundert veränderte sich die malaiische Musik durch den Einfluss arabischer, indischer, persischer und chinesischer Händler. Sie brachten unter anderem die klassischen Ghazals aus Persien und Arabien mit. Im portugiesischen Handelsposten Melaka entwickelte sich zur gleichen Zeit der Musikstil Dondang Sayang, der portugiesische Volksweisen mit malaiischen Instrumenten verband.

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Im 20. Jahrhundert

Die britischen Kolonialherren brachten westliche Musik nach Malaysia, während chinesische und indische Einwohner ihre eigenen Musikstile ins Land holten. Diese unterschiedlichen Stile begannen sich später zu vermischen und brachten in den letzten Jahrzehnten einige sehr erfolgreiche klassische Komponisten wie Chong Kee Yong und Sunetra Fernando hervor, die vom Malaysia Philharmonic Orchestra in Kuala Lumpur aufgeführt werden.

Ähnlich verhält es sich mit der Popmusik, die sich aus malaiischen, indischen und persischen Einflüssen vermischte. Der Austausch zwischen Malaysia, Indonesien, Singapur und Brunei ist dabei fließend, da alle die gleiche Sprache verwenden. Dazu kommen verschiedene chinesische Einflüsse und der indische Bhangra.

Aktuelle Musiktrends in Malaysia

Im Allgemeinen werden im Land die gleiche Musikstile gehört wie weltweit. Allerdings bekommen ausländische Popstars immer wieder Ärger mit Malaysias islamischen Sittenwächtern. US-Superstar Beyoncé Knowles musste ihr Konzert in Kuala Lumpur ganz streichen, weil die Politik befürchtete, sie könnte „unmoralische westliche Werte progagieren“. Ähnlich ging es der Soulsängerin Erykah Badu, die nicht auftreten durfte, weil sie mit einem Tattoo zu sehen gewesen war, das den Schriftzug „Allah“ auf Arabisch enthielt.

Malaysias Jugend versorgt sich über das Internet mit aktueller Musik und junge malaysische Popstars werden häufig bei Youtube entdeckt. Auch vor dem Castingshow-Wahnsinn ist das Land nicht gefeit und strahlt Programme wie „Malaysian Idol“ und „Akademi Fantasia“ aus, deren Gewinner gewöhnlich nur ein Jahr lang an der Spitze der Popcharts stehen und dann in Vergessenheit geraten. Neben dem typischen Wegwerf-Pop sind auch malaysische Rockbands und HipHopper populär. Rap dagegen wird von den Sittenwächtern gar nicht gerne gesehen.

Neben einheimischen Stars sind vor allem Stars aus dem asiatischen Raum populär. Popmusik aus Japan wird als J-Pop bezeichnet, Popmusik aus Südkorea als K-Pop und Popmusik aus Südchina als Canto-Pop. Sehr populär sind dazu auch moderne indische Popsongs, die durch die beliebten Bollywood-Filme in ganz Malaysia verbreitet werden. In den konservativen islamischen Regionen des Landes hat sich zudem sogenannter Nasyid-Pop etabliert, Gesänge mit religiösem Inhalt. Musiksender wie MTV Asia und das Internet versorgen die Jugend mit den neuesten Trends.

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